Seiten

Mittwoch, 1. Februar 2017

Reizwortgeschichten

Liebe Mädels, liebe Blogfreund/innen,

heute kommt die Fortsetzung von meiner Geschichte vom "Rasenreißer", dem Rasenmäherroboter. Was da passiert ist, hat tagelang die norwegischen Medien beschäftigt. Den ersten Teil der Geschichte findet ihr hier: http://lebensartnorwegen.blogspot.nl/2016/12/reizwortgeschichten.html

Die heutigen Reizwörter sind


Vogelvilla - Zombie - lächeln - rufen - frei


Schaut, was meinen lieben Kolleginnen dazu eingefallen ist.


Reginas  Geschichte..



Rasenreißer und der Apfeldieb

An einem milden Herbsttag, die Sonne schien noch warm. Der Mähroboter Rasenreißer drehte im  Garten seine Runden. Er ratterte zwischen den vier Apfelbäumen herum. Heute Nachmittag stand  die Ernte der herrlichen, roten Äpfel mit der ganzen Familie an. Rasenreißer schaute nach oben. Die Vogelvilla im Baum hatte keine Gäste. Die Äste bogen sich unter den Äpfeln und verströmten einen wundervollen Duft. 

"Brumbrum",  versah Rasenreißer lächelnd gewissenhaft seine Arbeit. 

Ein Huf stoppte ihn abrupt.

Er luckte nach oben und erblickte ein langes, braun bepelztes Bein.

"Wer bist du?"

Rasenreißer hörte Schmatzgeräusche.

"Heh, wieso frisst du die Äpfel? Die gehören dir nicht!"

"Halt dein Maul, platte Rumpelkarre!", kam es frech von oben.

"Hör sofort auf, alter Rüpel, feister Dieb!", schrie Rasenreißer empört. Ihn eine "platte Rumpelkarre" zu nennen, war eine Frechheit.

Diese braune, ungehobelte Mißbildung hörte nicht auf, sich die schönen, saftigen Äpfel einzuverleiben.

Kauend lief dem Vieh der Saft an dem dicken Maul herunter.

Rasenreißer packte die Wut. 
Er nahm Anlauf und rumpelte diesem riesigen Ungetüm mit voller Wucht ans Bein.

"Verschwinde endlich, elendiger Gauner", der Rasenmäher nahm seine ganze Kraft zusammen und ein zweites Mal volle Fahrt auf.

"Rums", krachte er an das dicke Pelzbein.

Wo war sein Freund Pfotenschleicher, der Dalmatiner?
Er brauchte Hilfe.

"Autsch!", schrie der Dieb wütend, "hast du sie nicht alle?"

Das riesige braune Vieh schnaubte vor Wut.

Rasenreißer war zu mutig gewesen, ihm wurde mulmig.

"Du dumme Rumpelkarre, mir fährt keiner ans Bein!"

Der Apfeldieb hob seine Hufe und wie von Sinnen trampelte er auf dem Rasenmäherroboter  herum.

Aus weiter Ferne hörte  Rasenreißer das Bellen von Pfotenschleicher, ihm wurde gurgelnd schwarz vor Augen und er verstummte.

Ganz hell und weich wurde es um den kleinen Rasenmäher.

"Hallo Rasenreißer", ein weißes, durchsichtiges, wunderschönes Mädchen berührte ihn sanft.

"Bin ich tot?", fragte Rasenreißer ängstlich.

"Ja!", antwortete das schöne Mädchen.

"Oh, Pfotenschleicher und meine Familie werden traurig sein".

"Wer bist du? ", fragte  Rasenreißer zaghaft, "ein Zombie?"

Er hatte einen auf der Grusel-DVD gesehen, die die beiden Mädchen seiner Familie, Betty und Netty, schauten.  Die Eltern duldeten solchen Schund nicht.

"Nein", sprach das weiße Wesen sanft, "ich bin die Managerin, Angel Wölkchenblitz".

"Aha!", bemerkte Rasenreißer schüchtern, "wo bin ich hier?"

"Du bist in der Angelfactory".

Der Rasenroboter schaute sich um.  Die Wände,  Böden und das Mobilar, überall war es weiß, Angel Wölkchenblitz war nicht ausgenommen.

"Und was mache ich hier", fragte Rasenreißer.

Wölkchenblitz erklärte dem kleinen Roboter, dass es hier um sein weiteres Schicksal ginge, aber diese Entscheidung  kommt von den Bewohnern der Erde.

"Hast du positive Aufmerksamkeit  erregt oder wenn dich jemand schmerzlich vermisst, darfst du wählen, 'hoch oder runter". Mit ihrem Daumen zeigte Wölkchenblitz das an. 

"Och, positive Aufmerksamkeit? Niemals!  Sie tauschen mich aus. Wer vermisst einen kleinen Rasenroboter?"

Wölkchenblitz lächelte das schüchterne, kleine Kerlchen blinzelnd an.

"Nicht so bescheiden. Komm wir schauen nach", sie schaltete die  weiße, große  Multimediawand an.

Was Rasenreißer sah, berührte ihn.  Niedergeschlagen lag Pfotenschleicher in der Ecke, seine Augen waren feucht. Er seufzte. Sein Futternapf wirkte unberührt.

Angel Wölkchenblitz knipste auf der Fernbedienung einen anderen Kanal an.

Ein dicker Elch klaute Äpfel und schmatzte sie genüsslich. Auf dem Rasen unter ihm brummte ein kleiner Rasenroboter, der dem Elch ans Bein rumpelte.

"Das bin ich!", stellte Rasenreißer erstaunt fest.

"Die Mädchen deiner Familie haben ein Video von dieser mutigen Tat  gemacht und in die sozialen Medien gestellt. Was glaubst du, wieviel Aufmerksamkeit das hervor gerufen hat?"

Rasenreißer konnte vor Rührung nichts mehr sagen. Er schniefte. Sogar ein Tränchen lief aus seinen Augen. 

"Das hätte ich nicht erwartet", flüsterte er.

"Natürlich will ich zurück zu meinem Freud Pfotenschleicher", stellte er resolut fest, "damit er wieder froh wird, das wünsche ich mir ganz doll".

"Aber was ist mit dem großen Elch?"

"Keine Sorgen, weil er so böse war, haben ihn die Menschen bestraft",  Wölkchenblitz lächelte. 

Angel Wölkchenblitz klatschte in ihre Hände.

"Mach es gut, lieber kleiner Rasenreißer", 

Die ganze Familie stand um den Küchentisch und Papa Robert öffnete  den großen Karton, den gerade die Post gebracht hatte. 

"Wow!", riefen die Mädels Betty und Netty lachend, "ein neuer Rasenmäherroboter."

Das Video in den sozialen Medien der Beiden löste  im  Land und auf der ganzen Welt überwältigenden Zuspruch aus.
Ein Sponsor hatte das Geschehene gerührt und schickte der Familie einen neuen Rasenroboter.

War da nicht die Stimme von Rasenschleicher zu hören. Pfotenschleicher hob den Kopf.  Er lief zum Tisch und schaute, wie sie den Roboter aus der Verpackung befreiten.

"Hallo Pfotenschleicher!", Rasenreißer rief winkte dem Hund zu.
 "Ich bin wieder hier. Du brauchst dich nicht mehr grämen".

"Bin ich froh, dass du wieder da bist", Pfotenschleicher bellte kurz und leckte Rasenreißer über den runden Bauch, "hast mir so gefehlt."

Alles Schwere fiel von ihm ab, er war glücklich, seinen Freund wieder zu haben. Der Dalmatiner stürzte sich auf sein Fressnapf, er spürte riesigen Hunger. Pfotenschleicher machte sich seit dem Ungluck mit Rasenreißer große Vorwürfe, weil er seinen Freund im Stich gelassen hatte.
Vor Freude über ihr Wiedersehen flossen Tränen bei den Beiden. Sie hatten sich wieder. Das war wichtig und wunderschön.

Copyright: Eva V. 2017

Schaut vielleicht einmal bei meiner neuen "Norwegenseite" vorbei. Würde mich sehr freuen.
http://www.lebensartnorwegen.com






Kommentare:

  1. Liebe Eva,
    ich habe Deine Reizwortgeschichte schon vermisst, aber jetzt habe ich sie gefunden.
    Schön, dass Rasenreißer und Pfotenschleicher wieder vereint sind. Ich überlege gerade, ob sich unser Kätzchen Lottchen auch mit solch einem Rasenroboter anfreunden könnte.
    Danke für die schöne Geschichte. Vielleicht haben Rasenreißer und Pfotenschleicher ja noch andere Abenteuer zu bestehen. Ich bin gespannt.
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Astrid, da bin ich ganz zuversichtlich. Das ist bestimmt ein wundervolles Spielzeug. Liebe Grüße Eva

      Löschen
  2. Ich hab grad laut gelacht, liebe Eva! Müsstest du eigentlich gehört haben. Bei dieser Geschichte kannte deine Fantasie wirklich keine Grenzen! Herrlich!! - Ende gut - alles gut!! LG Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Martina, ja es hat in meinem Ohr so gerauscht, lach. Dachte beginnender Tinnitus Danke fûr Dein Lob. Liebe Grüße Eva

      Löschen
    2. Liebe Martina, ja es hat so gerauscht, dachte ich hätte Tinnitus, hihi. Danke für Dein Lob. Liebe Grüße Eva

      Löschen
  3. Auch ich musste ständig grinsen beim Lesen, schlimmer als die Grinsekatze, besonders die Unterhaltung im Rasenmäherhimmel mit Wölkchenblitz.
    LGLore

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Lore, diese Grinsekatze hätte ich gerne gesehen, kicher.Liebe Grüße Eva

      Löschen
  4. Liebe Eva,
    ich habe lauthals gelacht - schon alleine die phantastischen Namen sind göttlich! Wo hast Du DIE bloß immer her?
    Auf die Idee, eine Geschichte mit einem Mähroboter als "Hauptperson" wäre ich nie gekommen - so weit reicht MEINE Phantasie leider nicht!
    Tolle Idee - ich bin begeistert!
    Liebe Grüße
    Christine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Christine, ich schreibe meine Geschichten und lese sie dann Männe vor und dann muß er Vorschläge unterbreiten. Er ist darin genial. Liebe Grüße Eva

      Löschen