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Mittwoch, 1. März 2017

Reizwortgeschichten


Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Blogfreunde,

diesen lieben Kerl, wirklich 1,50 Meter groß,  schenkte ich meiner Freundin Swantje zu ihrem 80. Geburtstag. Sie ist eine Bären Freundin. In ihrem Haus wohnen bestimmt über 1000 Bären in allen Größen und Formen. Diese Geschichte habe ich ihr zu ihrem besonderen Geburtstag gewidmet.






Die heutigen Reizwörter sind


Pflanzen, Erde, kritisch, freuen, nerven


Schaut, was meinen lieben Kolleginnen dazu eingefallen ist.


Reginas  Geschichte..






Lebe deine Kuschelträume 


Düstere Wolken hingen über dem kleinen, mittelständischen Familienunternehmen, dass  nach der Philosophie  'lebe deine Kuschelträume' die herrlichsten Plüschtiere herstellte. In dem Betrieb hatten Ganoven nachts mehrmals eingebrochen und die wertvollen Plüschfiguren mitgehen lassen.

Antje von der Designabteilung rief nach der Näherin Rosi.

"Schau, Rosi, das ist der neue Teddybär Brummchenbaumelbein"

Rosi betrachtete die Skizzen, die Antje angefertigt hatte.
Sie nickte zustimmend.

"Nach den Wünschen der Kunden fertigen wir ihn in drei Größen.", stellte Antje fest.

Sie übergab Rosi zur Herstellung des neuen Teddybären, Kopien der Skizzen und die Pappschablonen.

"Kriegst du ihn heute fertig?", fragte Antje.

"Klar, kein Problem. Ich mach mich gleich dran".

Sie schnappte sich die Skizzen und Schablonen und lief zurück in ihren Nähraum. Pinnte von "Brummchenbaumelbein" die Skizzen  an die Wand. Um Brummchenbaumelbein zum Leben zu erwecken, ging sie nebenan in den Zuschneideraum, um die Materialien zusammenzusuchen.
Rasch suchte Rosi die große rostfarbene Plüschrolle und den beigen Punktefilz aus.

"Uli, hilfst Du mir mit beim Zuschneiden des neuen Bären?"

Die beiden Frauen schnitten nach den Schablonen die Teile aus der großen Plüschstoffrolle und stanzten aus dem Filz die Pfoten.

Früher in den  Zeiten der DDR lief die Produktion teilweise am Fließband. Gott sei Dank schaffte die Geschäftsleitung diese Art der Produktion ab.

Die Näherin Rosi erlebte gerade noch die Umstellung. Der Betrieb führte die sogenannte Nestfertigung ein.  Eine Mitarbeiterin nähte vom Anfang bis zum Ende komplett ein Tier/Figur zusammen.

Rosi nahm alle ausgeschnittenen und ausgestanzten Teile für den Teddy.  Sorgfältig legte sie die Stoffteile in ihrem Nähraum  in der richtigen  Reihenfolge auf den Tisch. Fädelte in die Maschine einen entsprechenden Faden ein und begann die Teile zusammen zu nähen. Die Nähmaschine ratterte an den Kanten entlang und säumte die Nähte.

Rosi summte die Melodie "Massachusetts", ein alter Hit der Bee Gees,  der im Radio in Bayern Eins lief.
Mit ihrer Termosflasche unterm Arm und einem Apfel in der Hand  kam Uli angelaufen.

"Pause, liebe Rosi!", rief sie und zog die Kollegin von der Nähmaschine weg.

Rosi ließ alles liegen und schaltete die Nähmaschine aus.  Schnappte ihren Rucksack und lief Uli  zur ledernen Sitzecke hinterher.  An dem großen Fenster standen in roten Tonkübel, ein Biotop,  mit herrlichen Pflanzen. In der gemütlichen Pausenecke  ließen sich die beiden Frauen nieder.

"Hast du gehört, dass die Einbrüche unseren Betrieb langsam in finanzielle Schwierigkeiten bringen?", bemerkte Uli wichtig und biss herzhaft in ihren Apfel.

Immer wenn die fertigen Plüschtiere zur Auslieferung bereit standen, kamen die Ganoven. Das war jetzt der fünfte Einbruch.

"Eine ganze Anzahl wunderschöner und wertvoller Plüschtiere waren das jedesmal", stellte Rosi fest. Sie fühlte nachdenklich die Erde der Palme mit ihrem Daumen, ob sie Wasser benötigte.

"Der Bär muss heute noch fertig werden", rief sie Uli zu, "ich muss weiter machen."

Beide Frauen gingen zu ihren Arbeitsplätzen.
Rosi drehte die fertig genähte Hülle des Teddybärs auf rechts. Die Nähmaschine ratterte los und sie nähte dem Teddy die ausgestanzten Pfotenteile auf. Schaute auf die Skizze, markierte, wo die Augen hinkommen und ging hinüber in den Zuschneideraum.  Zu jedem Gesicht gehören, in welcher Form auch immer, die Augen. Mit einem Spezialring eingesetzt, aufgestickt oder angenäht.  Sie suchte mit Uli nach entsprechenden Ohren und einer passenden Nase, die sie noch schnell anbrachte. Mit der fertigen Hülle im Arm ging Rosi in die Stopferei. "Brummchenbaumelbein", 1,50 Meter groß, nahm jetzt Form an. Rosi zog und zupfte ihn, sie betrachtete kritisch ihr Werk.

"Wunderschön sah der Teddybär aus, richtig gut gelungen."

Sie suchte Antje auf, damit sie sich den fertiggestellten Brummchenbaumelbein  anschauen konnte.
Doch sie war nicht in ihrem Atelier.

"Schade!", dachte Rosi.

Sie band dem Teddy noch eine dunkelrote Tupfenschleife um und setzte ihn auf das Sideboard in ihrer Nähstube.

Sie streichelte Brummchenbaumelbein liebevoll den dicken Kopf.

"Morgen stelle ich Antje den netten, kuscheligen Bären vor. Gute Nacht, mein Dicker!"

Rosi winkte Brummchenbaumelbein zu.

Sie nahm ihren Rucksack, knipste  am Hauptschalter den Strom aus und verließ die Nähstube.

Freudig  winkte der Teddybär Brummchenbaumelbein zurück und schaute sich um. Das war er auf den Skizzen.

"Gut getroffen", schmunzelte er.

Daß erst die Skizzen und nicht er da waren, darauf kam er nicht.

Rumpelnd kam mit ihrem Reinigungswagen die Putzfrau herein. Etwas unsanft hob sie Brummchenbaumelbein an, um mit ihrem nach Putzmittel stinkenden Lappen das Sideboard abzuwischen.

Der Teddy verfolgte aufmerksam, was die Frau trieb. Sie war ihm unsympathisch und nervte ihn. Polternd verließ die Putzfrau das Nähzimmer. Brummchenbaumelbein schaute durch die offen stehende Tür. Die  Frau ging zur Eingangstür und drehte am Schalter.  Hatte Rosi nicht vorhin der Putzfrau zugerufen:
"Elena, ich habe die Alarmanlage eingeschaltet,  du musst  die Tür  hinter dir zuziehen, wenn du gehst."

Hatte sie soeben die Alarmanlage ausgeschaltet. Was ging da vor?
War Elena an den Einbrüchen mit beteiligt? Traurig, was in der Firma vor sich ging.

Eine Weile  blieb es ruhig, nachdem die Putzfrau gegangen war. Nur die große, runde Wanduhr über der Tür tickte laut.

Ein lauter Knall erschütterte die Stille. "Rums, rums", machte es mehrmals.
Was war das?

Mit Herzklopfen schaute der Teddybär auf die Eingangstür, von wo der Lärm herkam.

Im nächsten Moment standen zwei Personen im Gang mit Kapuzen-Jogginganzügen, weißen Turnschuhen und schauten sich um. Die Männer steuerten direkt auf die mit Stofftieren und Figuren gefüllten, hohen Gitterkörbe. Auf die sie es abgesehen hatten.

Brummchenbaumelbein machte vor Schiss  in den Pelz.

"Klauten sie erneut eine ganze Lieferung?", dachte der Teddy.

Einer der Einbrecher kam in das Nähzimmer und lief auf den Bär zu.
"Wollte er ihn ebenso klauen? Nein, nein, Antje hat mich noch nicht begutachtet!"

Brummchenbaumelbein duckte sich, damit der Gängster ihn übersahen.

Bevor der Gauner den großen Teddybär erreichte, ertönten Polizeisierenen.

Erschreckt hielt der Kapuzenmann abrupt an.

"Hände hoch!"

In der offenen Tür standen zwei Polizisten und zielten mit Pistolen auf die beiden Einbrecher. Sie hoben ihre Hände langsam in die Höhe.
Gut, dass die Polizei rasch erschienen war. Was wäre aus Brummchenbaumelbein geworden?

Antje kam die Eingangstür hereingestürmt. Erleichtert sah sie, wie die Polizei die beiden Gangster  in Handschellen abführten. Wie auf Kommando erschienen Mitarbeiter und die Chefin des Betriebs. Antje hatte alle informiert.

"Unsere tägliche Observation war ein voller Erfolg!", rief Antje.
Alle herzten sie und freuten sich sehr. Den Betrieb beobachten zu lassen, war ihre Idee gewesen.

Heute Abend war sie dran gewesen und  nach Feierabend legte sie sich in dem im Hof geparkten Firmenwagen auf die Lauer. Seit zwei Wochen wechselten sich die Mitarbeiter mit der Observierung jede Nacht ab. Ein weißer Ford Transit fuhr nach Mitternacht langsam vor die Eingangstür des Betriebs.  Nachdem die Einbrecher sich an der Tür zu schaffen machten,  rief Antje sofort die Polizei. Wieso war die Alarmanlage nicht in Betrieb? Ihr wurde sofort klar,  die Putzfrau hatte sie ausgeschaltet. Ganz klar, die Firma musste eine neue Putzfrau suchen. Sie steckte mit den Gangstern unter einer Decke.

Inzwischen war die Kripo eingetroffen und vernahmen alle Mitarbeiter zu dem Fall. Völlig außer Atem kam Rosi mit ihrem Fahrrad angeradelt. Sie stürmte sofort in das Nähzimmer, um nach Brummchenbaumelbein zu schauen. Er saß noch, wie sie ihn hingesetzt hatte, auf dem Sideboard.

"Antje, schau dir den wunderschönen Teddybär an", rief Rosi.

Beide Frauen umringten Brummchenbaumelbein. Antje hob ihn mit leuchtenden Augen hoch und begutachtete den Teddybär ausführlich.  Sie knuddelte den weichen,  kuscheligen Bären.

"Rosi, Brummchenbaumelbein ist dir toll gelungen!"

"Antje, du bist die Designerin von diesem knutscheligen Teddybär und somit die Mama!"

Von dem Schrecken in der Nacht hatte er sich inzwischen wieder erholt. Brummchenbaumelbein strahlte ganz verlegen.

Copyright: Eva V.


Schaut vielleicht einmal bei meiner neuen "Norwegenseite" vorbei. Würde mich sehr freuen.


Kommentare:

  1. Da wird sich deine Freundin aber gefreut haben - nicht nur über den Teddy, sondern über die eigens für sie geschriebene Geschichte. Zwei wunderbare und ganz besondere Geschenke zum runden Geburtstag. ABER!!!! Ich hab jetzt ein Problem - grins - ich hab da nämlich 'nen Ohrwurm :-)!!! Danke für die schöne Geschichte! LG Martina

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  2. Na, welch ein Glück, liebe Eva, dass die Diebe rechtzeitig geschnappt worden sind - sonst hätte Deine Freundin ja gar kein Geburtstagsgeschenk bekommen! Obwohl - Deine Geschichte ist ja auch nicht zu verachten ...
    Ich hoffe, wenn ICH mal achtzig werden sollte, bekomme ich von Dir auch eine Geschichte geschrieben! **grins**
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Christine versprochen. Und Du musst mir aber auch zum 80. eine Geschichte widmen.

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  3. Das ist mal ein tolles Geschenk zum 80sten Geburtstag. Bestimmt hat sich Deine Freundin über den Teddy und die Geschichte riesig gefreut.
    Ich habe auch einen großen und ganz kuscheligen Teddy. Er sitzt oben in dem Gästezimmer und manchmal kuschelt sich unsere Katze zu ihm.
    Danke für diese schöne Geschichte.
    LG
    Astrid

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    1. Meine Freundin meinte, jetzt müssen sie bald anbauen.

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  4. Das ist eine schöne Geschichte, über die sich Deine Freundin bestimmt gefreut hat. Ich bewundere die Menschen die so schöne Kuschelteddys herstellen können. Als Kind hatte ich auch einen, der hieß Bobbi, aber er ging verloren, leider.
    Lieben Gruß nach Norwegen

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    1. Klärchen, ja , so ein Betrieb mit Kuscheltieren muss wie das Schlaraffenland sein.

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  5. War das eine schöne Geschichte! Und ein ein wundervoller Gedanke mit dem zweifachen Geburtstagsgeschenk.
    Übrigens Kompliment, deine Namen sind genial. Brummchenbaumelbein, darauf muss man erst kommen.LGlore

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    1. Lore, wie der Bär bei uns zu Hause eintraf, kam mir sofort die Idee ihr auch noch die Geschichte zu widmen. Der Name stammt von Männe.

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